Frühlingserwachen – die Kampfradler sammeln sich zum Ausschwärmen

Wann kommt das nächste Presse-Geeiere zum Kampfradler Thema ?

Da die hoffentlich letzten Schneereste die großstädtischen Gebiete sehr bald verlassen sollten, darf man sich mal mehr, mal weniger auf den beginnenden Frühhling freuen. Schön, dass die Temperaturen steigen – widerlich, dass dann die weniger winterfesten Kampfradler wieder aus ihren Löchern kriechen.

Pressetechnisch ist es fast schon Tradition, dass die „Kampfradler“ Thematik oberflächlich durch die Gazetten getrieben wird, und sich die Kommentarseiten wieder füllen. Man darf dann die Kommentare der „reinen Autofahrerfraktion“ (die die Regeln für Radfahrer eher weniger kennen), und der Überzeugungsradler, die ohnehin gegen alles sind, stets nur Opfer sind, und denen deshalb ohnehin alles erlaubt sein soll, gepflegt ignorieren.

Den Stein ins Rollen bringt traditionsgemäss der aktuelle Verkehrsminister, indem er (seine PR-Berater) rund um die Osterzeit ein knackiges Statement in einer mittelgroßen Tageszeitung platziert (zuletzt aus Osnabrück und Saarbrücken), das dann innerhalb weniger Stunden sämtliche Print- und Onlinemedien aufgreifen, so daß der verbale Schneeball so richtig raumfüllend wird. Das wahrscheinlichste ADFC Statement darauf hin lautet eigentlich, es gebe überhaupt keine Kampfradler – für 2013 ist dies aber nicht zu erwarten, da die Existenz von Kampfradlern inzwischen auch von den velophilen selbsternannten Verkehrsexperten anerkannt wurde – immerhin ein Fortschritt (wenn auch mit reichlich zweifelhafter Lobhudelei im gleichen Absatz).

Ein weiterer Fortschritt hat sich auch durch die ab 1. April erhöhten Bussgelder ergeben. Wenn diese dann noch mit einer höheren Kontrolldichte und sinnvollen Kommunikations-Offensiven durch Ordnungshüter und Kommunen gepaart werden, könnte ein wenig Hoffnung auf besseres Klima und sicheres Gehen, Schlendern und gefahrloses Wege-bei-Grün queren in deutschen Städten aufkeimen. Dass bei den Bussgelden und Kontrollen auch falsch parkende Autofahrer mit berücksicht werden, ist nur richtig und konsequent. Schliesslich muss auch das Repertoire an Ausreden und Ablenkungsmannövern der militanten Drahtesel-Esel-Lobby reduziert werden. Die ersten Pressemeldungen einiger Polizeidirektionen deuten zumindest auf einen „Schwerpunkt Radfahrer“ schon zu Beginn der Saison hin – wenn man diese noch flexibel plant und vor allem an sonnigen Tagen für Sicherheit sorgt, hätte dies eventuell sogar einen länger anhaltenden Effekt.

Die 160-Euro-Frage ist nun, wann denn das ministerielle Statement auftaucht ? Kampfradler Watch glaubt je nach Witterung an einen Termin kurz vor Ostern, damit das Thema auch schön warm gehalten werden kann (evtl. 26./27. März) oder etwas später am 9./10. April. Evtl. war das mediale Echo 2012 aber auch zu groß und Dr. Ramsauer spart das Thema diesmal doch aus, auch um nicht mit dem BER-Desaster konfrontiert zu werden.

Man darf gespannt sein – ein mediales Einspringen durch Kay Nehm rund um die Anhörung im Bundestag (ca. 24. April) zum NRVP wäre nicht minder interessant.

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